Fiji Time [Update]

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Hello zusammen!

Tag 141 (ca. 4 1/2 Monate unterwegs jetzt) und zuallererst noch ein glückliches, gesundes, großartiges, wunderbares und tolles Jahr für euch! Ich hoffe ihr seid alle gut rüber gekommen, habt Spaß gehabt, gefeiert und euch nicht zu viele Vorsätze aufgeladen oder bereits wieder verworfen! Falls doch, nächste Chance dann nächstes Jahr 😉 . Meine Vorsätze halten sich in Grenzen – auch weil ich ja viel von dem, was ich immer machen wollte, letztes Jahr gemacht habe oder immer noch mache (wie diese Reise). Und weil ich denke, dass man sich nicht zu viel vornehmen sollte. Denn dann ist das Potential für Enttäuschungen wesentlich geringer und die Chance das angepeilte zu schaffen höher. Also: Viel Spaß im Jahr 2016!!!

Fiji
Am 28.12. steigen wir nach einer Nacht im Hostel in Auckland relativ früh aus den Betten. Der Flug geht 9:30 Uhr und die Busfahrt zum Flughafen dauert schon ca. 1h. Naja, nicht so wild, immerhin besteht die Aussicht auf noch ein bisschen Schlaf im Flieger und natürlich auf Entspannung pur in Fiji dann. Das macht die frühe Stunde also zumindest etwas erträglich.
Und soweit geht auch alles glatt: Bus, Check-In, Gepäck, … Sogar Zeit für einen Kaffee bleibt. Da bin ich ja gleich noch viel besser drauf 🙂 . Und dann hebt die Maschine auch schon ab und unter uns nur noch Wasser. Ein paar kleine Schäfchenwolken begleiten uns und schon nach 2,5h kommen wir in Nadi auf Fiji an (Land Nr. 7 mittlerweile auf der Reise). Kleiner Flughafen und alles läuft – wie erwartet – eher gemächlich ab. Wir werden freundlich mit einem „Bula!“ (heißt soviel wie „Hallo“) und singend begrüßt. Toller Einstand schonmal 🙂 . Und auch die Einreise und so absolvieren wir stressfrei. Zwar verpassen wir leider unseren Bus zum Hostel um Millisekunden, was aber gleich zur ersten Fiji-Lektion führt: entspannt-geduldiges Warten. Gar nicht so kompliziert. Gerade bei den warmen Temperaturen und tropisch-feuchtem Klima. Und nach gut einer Stunde kommt dann auch schon der nächste, wir steigen ein und lernen gleich die nächste Fiji-Lektion: Alle Leute hier sind unsagbar freundlich! Also nicht nur so nett-freundlich, sondern richtig richtig herzlich freundlich! Immer lacht Dich jemand an, grüßt, fragt interessiert nach allem möglichen! Sogar nach einem Stopp des Busses, bei dem alle aussteigen und ein paar Sachen kaufen konnten, bieten die Sitznachbarn freigiebig allerlei ihrer erstandenen Erfrischungen und Knabbereien an. So jetzt auch noch nicht erlebt – dafür um so angenehmer überrascht 😀 .

Und so schippern wir über die Insel, die mich ob ihrer Vegetation, der Häuser am Straßenrand und der Landschaft schon sehr an Costa Rica erinnern. Vieles auch an Afrika wieder, besonders, weil die Einwohner hier dunkelhäutig sind. Die Bezeichnung „Fidschis“, die zu Hause ja gern mal für Vietnamesen oder allgemein für Asiaten gebraucht wird, ist also somit doppelt daneben 😉 . Nach gut 2h kommen wir dann am Beachouse an. Eine überaus coole Anlage direkt am Strand – quasi 10m zu laufen, Hängematten zwischen den Palmen, klarem Wasser, sogar einen Pool gibt’s. Man kann sich also gar nicht viel mehr wünschen für ein paar entspannte Tage! Wir beziehen unser Zimmer und die Mitbewohnerin gefragt, was man hier so macht, bekommen wir als Antwort: Fiji-Yoga! Was das denn sein, wollen wir jetzt genauer wissen. Sie macht eine Schlafbewegung und meint: 30min auf einer Seite – 30min auf der anderen Seite. Achso. Klar 😀 ! Sollten wir hinbekommen. Und tatsächlich sehen die ersten Tage hier gar nicht großartig anders aus: Aufstehen, Frühstücken, Strand, Baden, Strand, Baden, Hängematte, Lesen, Nachmittagstee oder -kaffee mit Gebäck, Baden, kühles Getränk, Abendessen, kühles Getränk, Bett. Tut auch mal gut so.

Ungefähr so:

Aber natürlich ist das nicht alles. Zum Beispiel lernen wir Martin und Corinna kennen. Ein Pärchen mittleren Alters, das schon mit uns im Bus vom Flughafen hierher mitgefahren ist. Und bei dem einen oder anderen Gespräche erzählt Martin dann, dass er auch schon Südamerika bereist hat – aber eben 1983! Das ist dann schon nochmal ganz anders und wohl noch mehr ein Abenteuer als das, was wir heute so machen. Damals gab’s eben keine Apps für Hostels, Flüge, Busse – keine Offline-Navigation – keine Übersetzer – kein Internet! Da hört man schon gespannt zu, wie er die Orte, die wir auch kennen und bereist haben, erlebte bzw. was sich auch alles seitdem verändert hat. Und am 30.12. fahren wir mal in die nächste Stadt – nach Sigatoka. Da gibt’s großen Markt mit allerlei Früchten, Gemüse und handgemachten Sachen. Wir werden sofort begrüßt von 2 Leuten, bekommen den Markt erklärt und auch noch was geschenkt. Unglaublich, ehrlich! Und dann strohmern wir bisschen durch die Gegend, schauen uns die eingefallene Bahnbrücke an, kaufen ein paar Sachen ein und machen uns auf den Rückweg.

Dann ist Silvester und am Abend soll am Strand Feuer sein. Leider fängt es an zu regnen, was zumindest diesen Teil ins Wasser fallen lässt. Und auch sonst ist’s recht ruhig… Okay, ich hatte jetzt nicht die Über-Mega-Super-Party erwartet, aber so bisschen wäre schon cool. Aber die Musik ist mittelmäßig, die Leute verstreut und so richtig kommt keine Stimmung auf. Naja – zumindest gehen wir Punkt 12 – nachdem Glückwünsche ausgetauscht, Schultern geklopft und Köpfe gewuschelt wurden – im Meer baden. Auch ne Premiere, wie so vieles bisher auf der Reise! Dann noch ein oder zwei Getränke… Ein ganz passabler Start soweit. Nichts wirklich großes, aber immerhin ist man ja hier, was schon toll ist und dann auch noch einer der ersten, die Silvester feiern können, zu Hause ist da noch Mittag! Also allenfalls Jammern auf sehr hohem Niveau 🙂 . Und obwohl wir schon nass vom baden sind, bekommen wir eine weitere lokale Tradition zu spüren. Man wird entweder mit Wasser übergossen oder gleich ganz in den Pool geworfen (geht hier übrigens die gesamte erste Woche des Jahres so). Und so verabschiede ich mich von einem Jahr, das eine ganze Menge an Neuem für mich gebracht hat, in dem ich Neues gemacht und gewagt habe. In vielem war’s besser als das Jahr zuvor – in einigem wenigem nicht. Ich bin gespannt, wie das noch so weiter geht. Alles! Und ich denke auch an zu Hause, Familie, Freunde, Menschen die mir wichtig waren und sind!

Die ersten Tage des neuen Jahres laufen leider nicht so super ab… Es kündigt sich ein Zyklon an, was hier in der Südsee nichts ungewöhnliches ist. Aber für uns ist’s schon ein eigenartiges Gefühl! Es ist sehr windig, regnet viel, auch wenn’s jetzt nicht kalt ist – schon gar nicht vergleichbar mit zu Hause. Ich versuche entspannt zu bleiben, jedenfalls so lange es die Einheimischen auch sind. Die kennen das ja zur Genüge! Daher glaube ich, wenn die nicht in Panik geraten, besteht wohl auch kein Grund. Trotzdem fällt das nicht so leicht! Aber außer Planänderungen unsererseits bzgl. Schnorcheln, Kayak fahren und anderer Aktivitäten, geht alles gut aus. Stattdessen verlegen wir uns auf Billard, Tischtennis und Kartenspielen. Der Zyklon zieht nach Süden ab und hat uns – also Fiji – nur gestreift. Auf Tonga soll’s wohl etwas heftiger gewesen sein… So waren’s für uns nur ein paar Tage mit schlechterem Wetter, zwischendurch Strom-, Internet- und Wasserausfall, aber nicht wirklich gefährlich. Frei nach Forrest Gump könnte man sagen: „Wir hatten Regen von oben. Wir hatten Regen von der Seite. Und manchmal kam der Regen auch von unten.“ 😀 .

Und dann kommt doch mal wieder die Sonne zum Vorschein. Wie das eben so ist, nach den dicken dunklen Wolken. Und da unser Aktivitätsbarometer bei -500 steht, fahren wir nochmal nach Sigatoka, wo Andi sich einen Fiji-Haircut holt. Lustige Sache so in nem viel zu warmen, kleinen Zimmer zu sitzen, wo nur Einheimische Damen und wir sind. Also ich nur als Zaungast 😀 . Die Blicke sind unbezahlbar! Und ich würde gern wissen, was die Damen sich da zugeflüstert oder gedacht haben. Aber ganz passabel sieht’s aus, als der Friseur die Schere zu Seite legt. Ich muss im Hostel nur hier und da noch etwas nacharbeiten ^^. Dann geht’s auch mal mit dem Kayak raus auf’s Wasser. Der Wind ist zwar immer noch kräftig, wir aber auch. Also paddeln wir eine Weile raus und umher. Es regnet zwar nicht, aber bei unserer Rückkehr an Land, sind wir trotzdem klatschnass. Spaß macht das aber auf jeden Fall. Nur müssen wir an unserer Koordination, Synchronität und Balance etwas arbeiten. Und klare Kommandos sollten das nächste mal auch her – rechts, links – soweit muss das klar sein. Ansonsten geht alles den Bach runter 😀 .

Am vorletzten Tag, der wieder mit Sonne winkt, laufen wir dann noch ins 5km entfernte Korolevo. Auf der Busfahrt vom Flughafen und auch nach Sigatoka haben wir nämlich ein paar Ruinen am Meer gesehen und einen kleinen, verfallenen Bau, der selbigen als Flughafen aufwies. Die Aussicht auf tolle Fotos und die Neugier, was das ist, treibt uns also hin. Und Bewegung gibt’s auch mal wieder – ein 5km Spaziergang. Vor Ort dann großes Staunen und ungläubiges Kopfschütteln. Was hier mal in aller Pracht gestanden haben muss… Und dann noch mit Flughafen, der die Gäste damals direkt vor dem Beach-Resort abgeladen hat. Luxus pur. So schildert es uns ein Einheimischer – gewohnt freundlich und zum plaudern aufgelegt. Er hat selbst noch als Kind die erste Maschine erlebt, die hier landete. Und auch wie die Resorts eröffnet, später wieder geschlossen und dann nochmals eröffnet wurden. [update] Soweit bekannt und überliefert, war irgendwann die Nachfrage rückläufig und daher lohnte es sich nicht mehr. Dann mit dem Flughafen vor der Tür witterten Geschäftsleute neuen Wind und eröffneten wieder. Doch dann kam der Flughafen in Nadi und dazu unzählige andere Resorts – auch auf den anderen Inseln. Also wurde es wieder geschlossen, weil wohl die Kalkulationen so nicht aufgingen… Nunja. Angeblich plant gerade ein Investor den Wiederaufbau und -eröffnung 😉 [/update]. Jetzt ist alles verfallen und es stehen nur noch die Mauern der ehemaligen Prachtbauten. Der Strand ist immer noch traumhaft. Und wir kommen zu unseren Fotos, erkunden die Ruinen ausgiebig – fast wie auf einer Indiana-Jones-Expedition. Super interessant das zu sehen. Auch weil in manchen Teilen sogar Leute wohnen, die wohl nicht genug Geld für ein richtiges, eigenes Haus haben. Trotzdem winken sie freundlich herüber, als wir vorbeilaufen…

Und so nimmt der Aufenthalt hier nicht nur vom Wetter her ein versöhnliches Ende. Es war entspannt, teilweise vielleicht etwas zu ruhig, aber auf jeden Fall super toll und traumhaft schön! Ein toller Ort mit absolut herzlichen Menschen überall!
Auf der Busfahrt zum Flughafen am 07.01. – wo wir dann in die Maschine nach Melbourne und Australien steigen – lerne ich noch Sharma kennen. Er sitzt im Bus neben mir, 19 Jahre alt und bietet mir wieder Knabberzeug an. Wir unterhalten uns und er fragt ganz viel über Europa, Deutschland, usw. Er spielt Fußball im U19-Team von Fiji und ist großer Fan vom FC Barcelona. Von Bayern München auch 😉 . Vielleicht seh ich ihn mal im Fernsehen bei einem Spiel gegen Deutschland oder so. Wer weiß. Ein netter Typ auf jeden Fall!

So war’s auf Fiji:

Im Flieger dann noch eine nette Begegnung: Neben mir sitzen 2 Damen, Mutter und Tochter, aus Deutschland. Und während des Fluges kommt man ja ins Reden und tauscht sich aus über alles mögliche. Die Tochter arbeitet in Addis Abeba, Äthiopien für die GIZ – die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Sie und auch ihre Mutter sind sehr interessiert an meiner Reise und ich an der Arbeit und dem Zustand in Addis. Als ich dann noch von meiner Kindheit in Afrika und allem erzähle, läd sie mich kurzerhand ein, in Addis vorbei zu schauen, falls es in meinen Reiseplan passen sollte. Wie cool ist das denn bitte?! 😀 Ich stecke ihre Visitenkarte ein und vielleicht mach ich den Stopp ja noch bevor ich nach Hause fliege im August. We will see!

Ja, soweit erstmal wieder von hier – mittlerweile Australien – nach Hause! Ich kann schonmal sagen, dass es auch hier einiges tolles zu sehen und zu erleben gibt. Jedenfalls ist’s bisher ziemlich klasse im Land der Koalas und Kängurus! Dazu nächstes Mal dann mehr!

Ciao,
K


Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. oliver

    geilo! Was ist denn mit dem verlassenen Resort passiert? Also warum wurde es verlassen und wieder aufgebaut und wieder verlassen?

    1. K

      Also soweit bekannt und durch Einheimische überliefert, war irgendwann die Nachfrage rückläufig und daher lohnte es sich nicht mehr. Dann mit dem Flughafen vor der Tür witterten Geschäftsleute neuen Wind und eröffneten wieder. Doch dann kam der Flughafen in Nadi und dazu unzählige andere Resorts – auch auf den anderen Inseln. Also wurde es wieder geschlossen, weil wohl die Kalkulationen so nicht aufgingen… Nunja. Angeblich plant gerade ein Investor den Wiederaufbau und -eröffnung 😉

  2. Ronald Körner

    War wieder toll, was von Dir zu hören.
    Die Frage von Oliver würde mich auch intressieren.
    Alles Gute weiter auf Deiner Reise und
    lass Dir ruhig Zeit.
    In Deutschland ist das Klima zur Zeit
    ziemlich kühl.
    Gruß Ronald&Petra

    1. K

      Hey und danke wieder!
      Ja, die Temperaturen hier sind sicher um einiges besser 😀 Da will ich nicht tauschen!
      Wegen der Frage: siehe Antwort zu Olis Kommentar 😉

  3. Hallo Kai,
    das Warten auf Deinen Bericht hat sich wieder gelohnt. Prima.
    Auf das Unwetter konntet Ihr sicherlich verzichten.
    Auf keinen Fall solltest Du die Einladung nach Addis, wenn machbar, abschlagen.
    Dann wanderst Du auf Deines Vaters Spuren. Na der wird sich freuen.
    Wir sind übrigens zu seinem 7o. in „GP“ und werden ein Glas auch auf Dich trinken.
    Weiterhin alles Gute und bleib schön Neugierig.
    Grüße
    P.u.B.

    1. K

      Hey und hallo!
      Ja, danke 🙂 und stimmt, das Unwetter wäre nicht unbedingt nötig gewesen.
      Mit Addis werd ich mal versuchen bzw. sehen, wie das mit den Visa da läuft. Scheint etwas kompliziert. Naja, ist ja nich etwas Zeit – wäre aber cool 🙂
      Schön, dass ihr in GP seid zum Geb. Da feiert ordentlich und so 😀
      VG erstmal – K

  4. Hallo Kai,
    Korrektur!
    Entschuldigung- natürlich solltest Du die Einladung unbedingt annehmen.
    Herzlichst
    P.u.B.

    1. K

      So hatte ich’s verstanden 😉

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